Montag, 19. September 2011



Du bist wie ein Bild, das man aufhängt, ohne Rahmen.
Du bist wie ein Spinnennetz, in dem man sich verfängt,
ohne Angst.
Die Wohnung ist noch leer, und du hängst nur so da.
Das Netz glitzert noch in der Morgensonne, und ich häng nur so da.
Ich hab keine Angst.
Langsam richten sich die Linien,
ich richte mein Leben ein.

Du bist wie eine Zigarette, die man verkehrt herum anzündet.
Kaputt, aber irgendwie doch zu rauchen.
Du bist wie die Nähe zwischen zwei Fremden im Aufzug.
Unangenehm, aber irgendwie doch zu gebrauchen.
Wie oft kann man eine Zigarette am falschen Anfang anzünden?
Wie oft kann man denselben Fehler machen-
Und wenn man einen Fehler zweimal macht, ist es dann noch der gleiche Fehler?

Du hängst so da, die Nägel halten dich an der Wand.
Die Aufzugtür öffnet sich, die Nähe flieht,
die Fremden berühren sich an der Hand.
Ich häng gerade so im Leben-
Und hab Angst.

Du bist wie der letzte Schluck Bier-
Schon warm und abgestanden, aber immer noch Bier!
Mein Leben richtet sich ein.

Man definiert. Definiert sich. Über Ängste, Strumpfhosen, Zigaretten,
Bilder, das Bild einer Idee, gefangen sein und ausbrechen wollen, Aufzug,
Bier, Tür, Rolle, eine Rolle spielen und den Text vergessen, Spinne, Poster
an der Wand, Nähe, Fehler, kann Nähe ein Fehler sein, Wahrheit, und das, was man weglässt, Momente, Schokolade, ein Hund, Essen, Klischee, welchem willst du entsprechen, ein Versprechen, Musik, Überfluss, Schmerz, Löcher in den Socken, kein Rahmen.

Das Bild verfängt sich im Netz,
die Sonne glitzert durch den Rahmen,
zuerst war da nur eine Ahnung von dem,
was noch kommen sollte,
du hast Angst,
meine Wohnung ist voll,
die Linien haben mein Leben ausgerichtet,
doch die Nägel halten es nicht zusammen.
Ich hab dir im Aufzug die Hand gegeben,
und war es auch ein Fehler,
wurde es durch das Unangenehme richtig?
Die Gesellschaft hat dich deiner Individualität enteignet,
im letzten Schluck Bier ertrinkt die Wahrheit,
oder das, was du weglässt.
Du bist die Wunde, die erst Jahre später wehtut-
Mein Bild von dir verblasst, du hängst so da.
Die Idee war ein Klischee, welchem Versprechen entsprichst du noch?
Das Spinnennetz war gefangen, ich hab’s ausgebrochen.
Mein Leben richtet mich, ich hab mich bei meinem Monolog versprochen.
Hab mich dem Bild einer Idee versprochen.
Du bist wie ein altes Bild an der Wand, ohne Rahmen.
Verblasst und verstaubt, aber immer noch da.
Ich hab mich im Leben eingerichtet, und an der Wand hängt ein Bild,
ein richtiger Moment,
es war mal eine gute Idee,
die in keinen Rahmen passte. 

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