Damals, als es kalt war und Schnee lag,
und die Einsamkeit nur ein bisschen weh tat,
als unsere Haut weiß wie Porzellan war,
und der Moment unsere Ewigkeit bedeutete.
Manchmal denk ich an damals,
als wir mehr waren als wärmende Körper
in der Dunkelheit.
Als wir sagen konnten:
Ich- ich geh zum Zirkus,
und du, du kommst mit!
Und gemeinsam tanzen wir auf dem Seil!
Als wir ohne Bedenken in die Farbtöpfe
greifen konnten und uns ohne Zweifel
unsere Zukunft ausmalen konnten.
Damals mussten wir nicht hinterfragen,
was wir eigentlich waren,
es war doch auch so egal,
wir hatten uns und mehr brauchten
wir auch nicht.
Wir verstanden uns im Schmerz,
man hatte uns beide verletzt,
wir hatten beide gelitten.
Körper an Körper, in einem Meer aus
Decken, Kissen und Laken,
ging die Zeit unter…
Damals ließen wir es nicht sein,
und tranken Bier auf Wein-
oder war es anders rum?
Darum weiß ich’s wohl nicht mehr.
Weißt du noch, damals?
Als die Musik laut war,
doch lauter waren wir selbst.
Wir waren hungrig nach Leben,
süchtig nach uns,
doch irgendwann erstickten wir am Überfluss.
Jetzt ist unser Leben wie
barfuss auf dem Drahtseil balancieren,
es zerschneidet uns das Fleisch,
Schritt für Schritt,
doch man darf das Gleichgewicht nicht verlieren.
Denn jetzt hängen die Reste einer
abgestorbenen Freundschaft zwischen uns,
an einzelnen Erinnerungsfetzen halten wir
uns fest.
Und was bleibt ist ein Echo,
das in unseren Herzen pocht,
ein Widerhall der Nähe,
die uns eines Tages abhanden kam.
Und von tausend kleinen Stichen,
die unsere Haut übersäen,
wenn wir uns noch einmal wie früher ansehen,
werden wir daran erinnert,
dass da mal etwas echt war.
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