Dienstag, 25. Dezember 2012

danach, ein morgen

Klirrendkalte, kristalleklare Nacht umgibt dich,
während du am Balkon stehst und rauchst.

oh scham, wo bleibt deine röte?
beschlagene fenster,
und gedanken, die abprallen wie die tropfen vor der hitze.

taunasse schuhe, in morgenröte getaucht.
oh erinnerung, wohin verschwindet der bittersüße schmerz?
worte, die nie gesprochen wurden,
hallen am morgengrauen nach.
der nachgeschmack der küsse,
die deine lippen nie benetzen werden,
ist zu gut, um aufzuhören.

schamesröte spiegelt sich an beschlagenen fenstern,
ein schimmern, ein schein,
panische hitze, die beim treppensteigen deine gedanken lähmt.

bierversoffene wahrheiten ertrinken in den ersten sonnenstrahlen,
wenn silberstreifen am horizont tautropfen zum erglitzern bringen.
ein wort, ein blick, ein atemzug-
und aus.
die tür fällt ins schloss,
das kalte bett fängt einen leeren körper auf,
in nebel gehüllt geht die sonne auf,
und du schläfst lautlos ein.

was ist das für ein mensch, der alles durch einen grauen schleier sieht,
bis spät in der nacht bier trinkt, alleine, sich selbst nicht greift,
die welt nicht begreift.
was ist das für ein mensch, der sich selbst verachtend
der demütigung ergibt und zu einem fremdgewordenen geht
um sex zu haben.
dem es nach dem verlangen eines längst vergessenen verlangt,
um für einen moment dem milchglasblick zu entkommen.
sich in der früh zurück nach hause stiehlt, um bis am abend zu schlafen.
was ist das für ein mensch, der anderen dabei zusieht, wie sie spaß haben,
gefangen in propagandistischer Bewusstseinstrübung.
Was ist das für ein mensch, der mich im spiegl schief anlächelt?



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