einmal noch schwach sein,
einmal noch ans gute glauben,
in mir.
einmal noch so tun als ob.
einmal noch tatsachen leugnen,
die schuld den anderen zuschieben,
nur einmal noch vom weltschmerz kosten
und das marmeladbrot ohne butter essen.
sich nur noch einmal verurteilen lassen,
und beim nächsten mal den richter hängen.
einmal noch einen schritt zurück gehen,
und sich dabei ein bein brechen.
einmal noch den spiegel zertrümmern,
und die scherben spiegeln das glück.
einmal noch auf die falsche seite hören,
den schlüssel vorschlagen,
die flasche drehen,
in den falschen zug steigen,
einmal noch nachdenken,
nur ein einziges mal noch.
einmal noch alles nieder brennen,
und in der asche und der glut,
war irgendwas gut.
sich noch einmal verraten lassen,
im regen stehen und lust und gelächter versterben im rauch.
einmal noch auf die knie fallen,
um noch wunder zu sehen,
einmal noch du selbst ein,
ohne reue und ohne verständnis-
einmal noch die verbände abreißen,
um die wunden neu zu verbinden,
einmal noch blind sein,
und nichts mehr zu sagen haben.
nur einmal noch, über ein stigma definieren lassen,
eine stunde hinter mitternacht-
einmal noch in alte muster fallen,
und nicht gefangen werden,
einmal noch ein wort verschweigen,
um ein anderes zu sagen,
einmal noch dummheiten begehen.
einmal noch sich selbst inszenieren und freunde vergessen,
einmal noch das fremde nicht wahrhaben wollen,
wie wunderlich,
und dann vielleicht nach einem jahr,
ist jeder hasse dahin, und im traum fällt ihnen ein,
sie würden sterben, einmal noch.
wie wunderlich das ist, wenn alles einfach weitergeht,
einmal noch schlechten angewohnheiten nachhängen.
einmal noch einen pathetischen text schreiben, nur noch-
einmal noch nicht mehr wissen, wo du bist,
einmal noch nichts mehr sagen,
alle fragen ignorieren,
einmal noch deine hand in meiner,
ein blick auf der anderen seite.
einmal noch voller melancholie in selbstmitleid ertinken.
einmal noch schreien, wütend und nicht nüchtern.
einmal noch alles verkacken.
nur noch einmal, zurück schauen,
und einen blick auf die andere seite werfen.
einmal noch, in der nacht, wild und flüsternd zu dir kommen,
und einmal noch vergessen, was geschehen ist.
der sommer ist vor jahren zu ende gegangen.
einmal noch ohne angst alleine sein, ohne angst verschwinden.
wir wollen nimmer reden, die worte sind so schwer.
einmal noch, das kleine naive, dumme mädchen sein,
bevor sie fragen: wo bist du hin?
einmal die brücken niederbrennen lassen.
einmal noch daran glauben, mit den möwen zu fliegen.
einmal nicht mit billigen witzen effekthascherei betreiben,
nur einmal noch verschlafen,
einmal die eigene scheiße betrachten und stolz drauf sein,
einmal noch damit klar kommen,
und dann ist es dir egal.
einmal müssen wir nur wollen.
Einmal noch bin ich still, schon tot mein freund,
einmal noch schlaflose nächte durchtrinken,
und auf einmal leuchtet das morgenrot.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen