du kennst ja diese elektrizität, die in der luft liegt, vor dem sturm.
diese aufgeregtheit, die in der luft liegt, bevor es richtig böse wird.
aber es ist vorbei. das meer ist wieder ruhig.
dieses meer aus wut und ungerechtigkeit und eifersucht- ist wieder ruhig.
ruhige see, spülst keine geheimnisse und vorwürfe mehr an land.
hast alle bösen erinnerungen verschluckt,
und dem ertrinkenden treibholz zugetrieben,
denn wie sollen sich auch zwei ertrinkende aneinander klammern,
und dadurch retten...
die grauen wolken hat der wind davon geweht,
jetzt siehst du die umrisse der schatten wieder klar und scharf.
und da sind auch keine tränen mehr, die sich mit regentropfen vermischen könnten,
denn der erste sturm ist vorbei.
du könntest immer noch der sein,
der du sein wolltest-
von dem du sagtest, der du bist,
als du mich getroffen hast-
aber es hat ein unwetter gebraucht,
um dieses abbild deiner selbst zu ertränken,
warum auch immer,
jetzt ist es besser den je,
jetzt schmeckt das bier nicht mehr nach selbstmitleid,
und die zigarette nicht mehr nach ausreden,
sondern nach leben-
sondern nach leben-
was passiert ist, kannst du nicht ausradieren,
nicht aus deinem leben radieren,
nicht wegwaschen, so oft du dich auch in die brandung stürzt,
aber das ist gut,
denn das leben, wenn es einmal angefangen hat,
kann nicht mehr reingewaschen werden.
und alle, die nicht mehr bluten, haben nie gelebt.
du hast dich reingeworfen, in das wasser,
mit aller macht und leidenschaft und mut und dem ganzen scheiß, der dazugehört,
in den sturm, in den regen und den wind,
und verdammt, das war es wert,
was, wenn nicht das...-
mit jeder faser deines körpers gelebt und gefühlt zu haben.
und das war erst der anfang.
oktober, november, dezember, jänner, februar, märz, april- grau.
und auf einmal explodieren die farben.
oktober, november, dezember, jänner, februar, märz, april- grau.
und auf einmal explodieren die farben.
das weißt du, wenn du da sitzt, am steg, und die wellen beobachtest,
wie sie sanft dahin plätschern.
denn du kennst all die sachen, denen du grad entkommen bist.
auch der blick zurück, in den sonnenaufgang, tut nicht mehr weh,
denn wenn die sonne erst aufgegangen ist,
bleibt nichts als nebel,
alles verwischt im sand.
der sturm hat sich gelegt-
hin und wieder denkst du dir:
du fühlst dich wohl in deiner haut,
mit dir selbst.
in manchen momenten atmest du dein gegenüber ein,
und das gefällt dir,
denn es tut gut, nicht nur in einem tagtraum gefangen zu sein,
sondern ein zuhause zu haben,
angekommen zu sein für einen moment.
und in all der verbittertung, hast du keinen freund verloren.
jetzt sitzt du am strand,
und es kommt dir vor, als wäre das meer nie schöner gewesen.
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